Artikelformat

Erste Kilometer in New South Wales

Hinterlasse eine Antwort

Mittlerweile haben wir unseren Rhythmus im „Leben auf Achse“ gefunden: Abends kommen wir irgendwo an, zuerst wird das Zelt aufgebaut und mit Bettsachen bestückt, dann wird gekocht. Spätestens um halb neun liegen wir im Bett.
Morgens wachen wir meist vor sieben auf (oder auch früher, wenn mal wieder ein ausgebrochener Hahn auf einer Rest Area herumläuft und ab drei Uhr morgens alle paar Minuten seine Männlichkeit kundtut). Danach wird gefrühstückt, Geschirr abgewaschen, im Freien Zähne geputzt und das Zelt abgebaut. Gegen zehn sind wir meistens schon wieder unterwegs.
Eine ungefähre Richtung haben wir zwar schon, aber wo wir wirklich hinfahren, entscheiden wir unterwegs spontan.

Von der Sunshine Coast nach Byron Bay

Nachdem wir von unserem Airlie Beach-Trip wieder an der Sunshine Coast waren (Airlie Beach als Ziel hat sich übrigens auch erst im letzten Moment herauskristallisiert) und dort noch einmal großzügig von Familie Hill aufgenommen wurden, verschlägt es uns nun nach New South Wales.
Erstes Ziel für die Nacht war eine Rest Area nahe Byron Bay. Morgens waren wir (mal wieder) die letzten, die die Rest Area verließen. Zuerst steuerten wir Byron Bay an, schon einige Kilometer vor dem Ortsschild standen wir in einem monströsen Stau (der 50% aus Backpackern bestand).

Als wir uns endlich zum Strandparkplatz geschlichen hatten, sollten wir dafür auch noch vier Dollar pro Stunde (!!) löhnen. Deshalb entschieden wir uns zum Rückzug und ergatterten einen kostenlosen Parkplatz weiter vom Strand entfernt. Wir machten uns zu Fuß auf zum Strand und aalten uns dort anderthalb Stunden in der Sonne. Länger bleiben wollten wir nicht, dazu war es trotz schönem Strand einfach zu voll.

Abstecher in die Berge

Von Byron Bay aus ging es weiter auf dem Pacific Highway in Richtung Süden und nachdem wir zwei kostenlose Rest Areas für ungenügend befunden hatten, übernachteten wir in einem sehr hübschen kleinen Küstendorf namens Yamba auf einem bezahlten Campingplatz.

In Yamba entschieden wir, einen kleinen Abstecher („klein“ ist in diesem Land sehr relativ) durch die Great Dividing Range zu machen, das ist das Gebirge, das sich entlang der gesamten Ostküste Australiens erstreckt und die Küstenregionen von den Wüsten im Landesinneren trennt.

Aber zuerst fuhren wir zu Bunnings (eine Baumarktkette), da wir uns einen Windschutz für unseren Gaskocher basteln wollten. Auf der Suche nach dem Holz trafen wir auf einen sehr freundlichen Mitarbeiter, der fragte, was wir denn bauen wollten und ob wir einen Bohrer hätten (hatten wir nicht) und sagte daraufhin mit einem verschmitzen Lächeln „I’m gonna do something for you“.
Er sägte uns das Holz zu und brachte uns zu einem Kollegen, wechselte ein paar Worte mit ihm und sagte uns, wir sollten uns beeilen. Der Kollege schnappte sich einen 200-Dollar-Akkubohrschrauber vom Ausstellungstisch, führte uns damit an der Kasse vorbei auf den Parkplatz und sagte uns, dass wir wiederkommen sollten, wenn der Akku leer sei.
Wir beeilten uns also, die Löcher in unser Holz zu bohren, schließlich standen wir mit einem Akkubohrschrauber mit einem großen Preisschild darauf auf dem Parkplatz des dazugehörigen Baumarktes.
Sehr hilfsbereite Menschen, diese Australier!

Als wir uns dann auf den Weg zur ersten Camping Area machten, mussten wir ziemlich steile und enge Serpentinen fahren, was mit einem Auto, das etwa zweieinhalb Tonnen wiegt, kein Zuckerschlecken ist. Die Camping Area lag mitten in einem Nationalpark, ringsherum war nur Wald.

P1070618

Am Tag darauf wollten wir eigentlich auf einer Rest Area an einem Staudamm campen, als wir dort ankamen, mussten wir aber leider feststellen, dass Camping dort mittlerweile verboten war (in unserem Camping Area-Buch stand davon nichts). Also ging es weiter in die nächste Stadt, die aber keine vernünftigen Campingplätze zu bieten hatte. Dafür gab es relativ günstig Diesel, wir haben unseren Subtank aufgefüllt.
Das nächste Dorf mit Campingplatz war nicht weit entfernt, allerdings waren hier zahlreiche Straßen gesperrt und ein Fest mit Seifenkistenrennen und hunderten Bikern im Gange. Auf dem Campingplatz wurde uns mitgeteilt, wir würden vor Mitternacht keinen Schlaf finden und der Campingplatz sei ohnenhin im Prinzip voll.

Wir fuhren also noch 100 Kilometer weiter, wieder in einen Nationalpark und gelangten über eine Schotterpiste mit Kühen darauf zur Camping Area. Am Abend hat Marla noch ein Wallaby (eine Art kleines Känguru) gesehen, leider hatten wir keine Kamera griffbereit.

Nach einem kurzen Abstecher zu einem Aussichtspunkt in den Bergen (es sah aus wie im Allgäu) sind wir dann nach Coffs Harbour gefahren, eine Küstenstadt, die die Bezeichnung „Stadt“ auch verdient.
Das ist das Tolle an Australien: innerhalb weniger Stunden kann man von den höchsten Bergen zum schönsten Strand fahren und dazwischen noch das Flachland erleben.

Wir bleiben jetzt wahrscheinlich ein paar Tage hier in Coffs Harbour, weil wir am Auto etwas überprüfen lassen wollen und Maltes Haare auch mal wieder eine Werkstatt gebrauchen können.

Die Great Dividing Range

P1070652

Schreibe eine Antwort

Pflichtfelder sind mit * markiert.


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.