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Sunshine Coast bis Airlie Beach – Teil 1

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Erstmal Entschuldigung, dass wir so lange nichts von uns haben hören lassen – Internet ist in diesen Breiten rar gesät.

Seit dem 8. Oktober sind wir jetzt entlang der Küste Richtung Norden unterwegs, sind dabei 1000km gefahren und haben unseren Schlafrhythmus komplett radikal umgestellt mehr tote als lebende Kängurus gesehen (was Marla stets beklagt, wenn wir wieder eins treffen), Delfine gefüttert und den ersten von unseren beiden Geburtstagen gefeiert.
Aber mal von Anfang an…

Tag 1 – Abfaaahrt

Vor unserer Abfahrt haben wir uns zwei wichtige Utensilien für unsere Reise zugelegt.
Zum einen haben wir eine Antenne für unser Funkgerät im Auto gekauft, mit der wir jetzt immer auf den Highways die Unterhaltungen der Trucker abhören. Zum anderen haben wir uns das Buch „Budget Rest Areas around Australia“ besorgt, in dem alle kostenlosen und günstigen (bis $20 pro Nacht) Campingplätze verzeichnet sind.
Eine von diesen Rest Areas haben wir gleich in der ersten Nacht besucht, ein von Hippies in Klapperkisten besiedeltes Roundel mit einem brechreizerregend stinkendem Plumpsklo in der Mitte. Wir verließen diesen merkwürdigen Ort schnellstmöglich und machten uns auf nach Noosa.

Tag 2 – Noosa und Tin Can Bay

In Noosa haben wir einen Strandspaziergang gemacht und die ziemlich teuer aussehenden Häuser an der Steilküste mit Blick aufs Meer bestaunt. Da das Wetter nicht besonders gut war, sind wir bald auf der Suche nach unserer nächsten Übernachtungsmöglichkeit weitergefahren.

Geplant war eine weitere kostenlose Rest Area am Highway, dort angekommen entschieden wir uns schnell dafür, einen bezahlten Campingplatz in Tin Can Bay anzusteuern.
Auf diesem Campingplatz haben wir beim abendlichen Kochen zwei alte Aussies kennen gelernt, die uns in ihren Wohnwagen eingeladen haben, um uns interessante (und der Touri-Welt nicht bekannte) Orte im Outback auf unseren Karten zu markieren. Außerdem gaben sie uns allerlei Tipps zu Campingplätzen mit heißen Duschen und Reifenreparatur.

Noosa Heads

Noosa Heads

Tag 3 – Delfine füttern und Campen zwischen Ameisen

An diesem Tag ging es früh aus den Federn, wir sind um 7 Uhr morgens zum Delfine füttern zum winzigen Hafen gefahren. Dort kommen jeden Tag um etwa 7 Uhr mehrere Delfine in einen bestimmten Bereich des Hafens und werden dort von vielen Zweibeinern bestaunt und danach zur Belohnung mit Fisch versorgt.

Hintergrund des Ganzen ist, dass vor vielen Jahren ein schwer verletzter Delfin in die Bucht getrieben wurde und von den Menschen dort gesund gepflegt wurde. Auch nach seiner Genesung kam der Delfin jeden Tag in die Bucht und irgendwann brachte seine Familie mit.
Die Delfine kriegen dort nur kleine Mengen Fisch, sodass sie sich auch selber noch um ihre Verpflegung kümmern müssen und nicht von den Menschen abhängig sind.

Nach diesem tollen Erlebnis ging es weiter Richtung Hervey Bay zur Petrie Rest Area, die sehr schön gelegen war. Leider waren wir nicht die Einzigen dort und wurden gleich von zwei grießgrämigen alten Australiern angepampt. Auf sowas hatten wir keine Lust, also machten wir uns auf, bessere Gesellschaft zu suchen.
Wir fuhren zu einer weiteren Rest Area aus unserem Buch, diesmal mitten in einem Wald. Um dort hinzukommen mussten wir eine sogenannte Wellblechpiste (Piste mit vielen kleinen Hubbeln, die das ganze Auto durchschütteln) auf roter Erde quer durch den Wald fahren. Als wir ankamen, war das Auto mit Staub paniert.
Die Camping Area war sehr schön, hatte aber recht viele Krabbeltierchen zu bieten (Ameisen sind hier dreimal so groß wie zuhause).

Tag 4 – Hervey Bay und Kühlschrank

In Hervey Bay haben wir eine kleine Strandtour gemacht und dabei ein Café besucht, bei dem wir uns von Deutschland aus vor mehreren Monaten beworben hatten, aber abgelehnt wurden. Es war zum Glück doch nicht so cool wie es auf den Fotos aussah.
Hervey Bay an sich war ganz in Ordnung, aber kein Ort, an dem wir länger bleiben würden. Aber leckere Fish’n’Chips gab es dort.

Wir sind dann noch bei „SuperCheap Auto“ vorbeigefahren und haben uns einen echten Kühlschrank fürs Auto geleistet, der im Angebot war. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit und Temperatur, ist alles Essbare innerhalb von 2 Tagen schlecht, von Milch und Brot ganz zu schweigen.
Asuf dem Weg dahin bemerkten wir, dass das kurveninnere Vorderrad in scharfen Kurven etwas blockierte. Es wurde natürlich kurz Panik geschoben, weil wir befürchteten wieder einige hundert Dollar in eine Reparatur stecken zu müssen. Zuerst dachten wir, dass das Rad beim Einlenken am Radkasten schleifen würde (wir haben fürs Offroaden größere Reifen als die Standartreifen aufgezogen, damit ist im Radkasten natürlich weniger Platz) oder aber die Aufhängung hätte irgendwelche Probleme.
Irgendwann fiel uns auf, dass wir immer noch das Differential von der Wellblechpiste gesperrt hatten. Das Differential sorgt zum Beispiel auf Sandpisten dafür, dass kein Rad durchdreht und alle Räder das maximale Drehmoment erhalten. Ziel des Sperrdifferentials ist es, dass sich alle Räder mit derselben Geschwindigkeit drehen. Dadurch werden Kurvenfahrten erschwert, weil sich dabei ja ein Rad schneller drehen muss als das andere. Genau das verursachte unser „Blockieren“ der Räder.
Erleichterung und Belustigung machte sich breit, als wir dieses kleine Problem selber lösten.

In dieser Nacht schliefen wir neben einer Landstraße in der Sharon Rest Area, auf der es zum Glück nachts nicht so laut war, wie gedacht.

Camping im Wald

Camping im Wald

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