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Typisch Australien

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Das Auto brauchte letztendlich doch keine Reparatur und als auch Maltes Haare wieder anständig aussahen, zog es uns wieder auf die Straße.

Diesmal nahmen wir wieder den Highway, der die Küste entlang führt (er hat übrigens inzwischen seinen Namen von Bruce Highway auf Pacific Highway geändert). Erste Station auf unserem Weg war wieder mal eine Rest Area, doch bevor wir dort ankamen, wollten wir dem kleinen Küstenstädtchen Nambucca Heads einen Besuch abstatten.
Dort parkten wir direkt an einem Fluss, der wenige Kilometer weiter ins Meer mündet und in dem traumhaft blaues Wasser floss. Um den Anblick noch ein bisschen länger genießen zu können, liefen wir am Fluss entlang bis zum Meer.

Nambucca Heads

Guter Dinge fuhren wir weiter Richtung Rest Area, doch die war mal wieder so doof (Klo gesperrt, stattdessen eklige Dixiklos und sehr laut), dass wir notgedrungen, da keine weitere Rest Area in der Nähe war, auf den nächsten bezahlten Campingplatz fuhren.

Dieser Campingplatz lag zur Abwechslung endlich mal wieder direkt an der Küste und wir ergatterten einen Stellplatz direkt am Strand in einer Bucht. Zur Krönung des Abends bekamen wir zum einen einen wunderschönen Sonnenuntergang zu sehen (siehe Fotos) und zum anderen zwei große Meeresschildkröten, die nur einige Meter von uns entfernt im Wasser schwammen! Ein faszinierender Anblick!

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Scotts Head

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Am nächsten Morgen antworteten wir auf die Frage unserer Campingnachbarn, wo es den heute hingehen solle, wie gewöhnlich „we don’t know yet“. Und wie die Australier so sind, fingen sie gleich ein nettes Gespräch an und empfohlen uns einen Campingplatz in einem Nationalpark. „Lots and lots of kangaroos there“ lautete der Kommentar zum Campingplatz und wir fanden später raus, dass das keine Übertreibung war.
IMG_7224Zunächst jedoch fiel erstmal auf, dass es für einen Nationalpark recht voll war und es sogar ein kleines Büro zum Bezahlen der Gebühren gab (ähnliche Plätze haben sonst nur zwei bis drei andere Besucher und die Gebühren werden auf Vertrauensbasis in einem Umschlag mit Namen und Nummernschild drauf in einen Kasten geworfen. Als wir endlich einen schönen freien Platz gefunden hatten und ausstiegen, sind wir gleich in Känguruscheiße getreten, der Boden war voll davon.
Anscheinend hatten wir uns den Hauptfutterplatz der Kängurus ausgesucht, denn kurze Zeit später kam zunächst ein großer Bock mit seiner siebenköpfigen Familie (inklusive Joeys im Beutel) und dann immer mehr andere Kängurus und mümmelten sich ohne Scheu gemütlich durch unseren Vorgarten. Als es dunkel wurde, machten einige Leute ein Feuer und die Beutelhüpfer gesellten sich schnell dazu und wärmten sich am Feuer. Irgendwann waren sie aber alle recht plötzlich weg.

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Als Marla am nächsten Morgen noch völlig verpennt und zerzaust aus dem Zelt kletterte, noch an nichts denkend, wurde sie erstmal von einem kleinen Känguru überrascht, dass noch nicht mal einen Meter von ihr entfernt entlang hüpfte. Dieses Kleine hatte sich zusammen mit seiner Mutter, die gerade direkt neben der Beifahrertür graste, anscheinend über eine Tüte Toast, die wir draußen vergessen hatten, her gemacht. Die Tüte gab es noch (völlig zerfetzt), vom Inhalt aber keine Spur.

Dämlich grinsend und verzückt von dieser morgendlichen Überraschung, wollte Marla eigentlich zum Klo gehen, doch im nächsten Moment gab es schon die nächste tierische Überraschung. Ein (für Laien wie uns) sehr großer Waran saß vor der Klotür. Na toll. Die Dinger sehen schon recht eklig aus und irgendwie auch angsteinflößend. Zum Glück bewegte er sich nach einer gefühlten Ewigkeit endlich weg.

Die Australier selber gehen übrigens sehr entspannt mit ihrer, teilweise doch sehr gefährlichen Tierwelt um. Wenn der Tennisball dem riesigen Kängurubock vor die Füße fällt, gehen sie einfach hin und holen ihn wieder. An der Sunshine Coast vermuteten wir einmal eine Braunschlange im Garten der Hills. Wir sollten alle reinkommen, doch James, der Sohn, wollte sie sich noch einmal angucken. Der Kommentar von seiner Mutter, den sie ihm im Vorbeigehen zurief war „James, komm rein, sonst bist du gleich tot“. Ein anderer Kommentar auf die Frage nach Haien im Wasser war „Ach, einem kann gar nichts passieren, da sind genügend andere Leute, von denen sie sich einen aussuchen können.“

Weitere Dinge, die typisch für Australien sind, erlebten wir am diesem Tag. Um wieder ins Landesinnere zu kommen, fuhren wir auf einer Straße, die mindestens 40 Minuten nur geradeaus ging. Hinter jeder Kuppe hofften wir eine Kurve zu sehen, stattdessen begegneten wir immer wieder Straßenschildern, die die Wahrscheinlichkeit für Buschfeuer anzeigen. Die Skala geht in fünf Stufen von high bis catastrophic. Im Moment befinden wir uns bei „very high“, also eigentlich noch gar nicht so schlimm, wenn es nach den Australiern geht. Von weitem haben wir auch schon einige Rauchsäulen gesehen.

Außerdem haben wir zum ersten Mal ein Zeichen gesehen, das daraufhin weist, dass die nächste Tankstelle mehr als 120km entfernt ist. Das ist noch gar nichts gegen das Outback, wo uns solche Schilder mit mindestens der dreifachen Kilometeranzahl begegnen werden… Wohl dem, der einen 160l-Tank hat.

Auf einer dieser Straßen haben wir auch zum ersten Mal Wombats gesehen, aber leider, wie unser erster Koala, tot. Die Anzahl toter Kängurus, die wir gesehen haben, steigt wahrscheinlich schon über die Hunderter Marke. Auch das ist leider typisch für Australien, denn die bis zu 54m langen Roadtrains können einfach nicht anhalten, wenn ein Tier gerade die Straße überquert.

Ein kleines Highlight war auch ein in München registrierter Toyota LandCruiser, der plötzlich direkt vor uns auf der Straße auftauchte.

 

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