Artikelformat

Outback

Hinterlasse eine Antwort

Ihr sollt nicht länger schmoren!

Port Augusta, 14. März 2015 um 11:10 Uhr: ein schmutziger, roter Toyota LandCruiser Prado tankt an der Shell-Tankstelle kurz vor Ortseingang genau 163 (ja, einhundertdreiundsechzig) Liter  Diesel, 35 Liter davon in drei gelbe Kanister. Nach dem Auftanken setzt er sich langsam wieder in Bewegung, sehr langsam. Die etwa 150 Kilogramm Diesel scheinen das Gewicht des ohnehin schon vollgepackten Offroaders nahe an die Grenzen des Motors gebracht zu haben. Dem Wagen folgt ein anderer, ebenfalls weinroter Offroader, ein Nissan Patrol.
Vom National Highway 1 biegt das Duo kurz hinter Port Augusta auf den Highway 83 in Richtung Norden ab…

Flinders Ranges Nationalpark

Die ersten 150 Kilometer sind langweilig, die Straße geht fast nur geradeaus und die Landschaft ist platt. Wir werden begleitet von Patrick, den wir gestern das erste Mal getroffen haben und gleich sympathisch fanden. Er ist wesentlich älter als wir, aber das ist kein Problem für uns.
Patricks Auto ist das Konkurrenzmodell zu dem „großen Bruder“ unseres Autos, dem Toyota LandCruiser 100. Dementsprechend füllt sein Wagen die ganze Straße aus, denn der Nissan Patrol ist über 2 Meter breit – unser Auto „nur“ 1,83m.
Patrick stellt recht schnell fest, dass der klobige, etwa 2,2 Tonnen (Leergewicht!) schwere Offroader deutlich mehr Sprit verbraucht als sein alter Van. Deshalb tankt er gleich in der nächsten größeren Stadt (oder eher Dorf) auf.

IMG_9743Kurz nach Hawker fängt die Straße an kurvig zu werden, es geht langsam hinauf in den Flinders Ranges Nationalpark, unser erstes großes Ziel. Hier ist aber mehr der Weg das Ziel, denn der Ausblick ist spektakulär, mehrere Bergketten ragen links und rechts der Straße in die Höhe. Außer einer Straße und gelegentlich mal einem Auto sind hier keine Menschen zu sehen.
Nach einigen Kilometern geht es auf den „Brachina Gorge Geological Trail“, eine unbefestigte Rundstraße, die quer durch den Flinders Ranges Nationalpark führt und an deren Straßenrand überall Schilder aufgestellt sind, die über den Namen und das Alter der Felsformationen informieren. Die meisten Gesteinsformationen hier sind zwischen 400 und 600 Millionen Jahre alt.

Fahren im Flussbett..

Fahren im Flussbett..

Die Nacht verbringen wir auf halber Strecke in einem trockenen (was sonst?) Flussbett und fahren am nächsten Morgen weiter in Richtung Wilpena, dem touristischen Zentrum der Flinders Ranges.
Viele Fotos und trockene Flussbetten später sind wir in Wilpena und entscheiden uns zu einer Wanderung in das Innere des Wilpena Pounds, einer kreisrunden Felsformation mit mehreren Kilometern Durchmesser. Von innen ist das Wilpena Pound nicht ganz so spektakulär wie von höheren Aussichtsplattformen oder aus der Luft, aber trotzdem war es die Wanderung auf jeden Fall wert!

Tschüss, Asphalt!

Nachdem Patrick ein weiteres Mal zu horrenden Preisen aufgetankt hat, machen wir uns auf in Richtung Arkaroola, ein kleines Dörfchen am nördlichen Ende der Flinders Ranges, das etwa 250km entfernt liegt. Die 30 Kilometer Asphalt von Wilpena bis zum Abzweig nach Arkaroola sollten erstmal die letzten Kilometer auf Asphalt für uns sein.
Die Piste ist in überraschend gutem Zustand, was wohl auch daran liegt, dass hier kaum Touristen fahren und allgemein wenige Fahrzeuge unterwegs sind. Trotzdem lassen wir etwa 15-20% der Luft aus den Reifen, damit das Auto weniger durchgeschüttelt wird.
Eine konstante Gefahr sind die unzähligen Flussbetten, die durch ein knappes „Floodway“-Schild kurz vorher angekündigt werden, und dann geht die Straße steil nach unten in das Flussbett hinein, das entweder schön planiert und glatt oder sehr steinig ist, sodass man eine Vollbremsung direkt davor machen muss. Häufiger haben auch die unzähligen Autos, die vorher hindurch gefahren sind, eine Art Grube an der tiefsten Stelle des Flussbettes geformt, die sehr schwer zu erkennen ist und deshalb einige Male von uns mit zu hoher Geschwindigkeit getroffen wird. Ein ziemlich übler Schlag auf die Vorderachse ist dann die Folge; wir hoffen, dass alles heil bleibt.

Staub!

Staub!

Nach einer weiteren Nacht in einem Flussbett mit spektakulärem Blick auf eine große Felswand und in Gesellschaft einer Emu-Familie, packen wir unser Zelt wieder zusammen und füllen 30 Liter Diesel aus unseren Kanistern in den Tank. Die Piste bleibt gut und so rollen wir bald mit einigen Zentimetern Staub auf dem Heck unserer Autos in Arkaroola ein.
Von Arkaroola aus folgen wir einem kleinen Track, der zu einem Wasserloch führen soll. Ein Wasserloch ist da, aber es sieht etwas ungesund grün aus… Egal, die Fahrt war interessant!

Nach einem ausgedehnten Mittagessen (naja, weißes Toastbrot mit Käse und Marmelade) fahren wir einige Dutzend Kilometer zurück auf der Straße, auf der wir kamen und stoßen bald auf die Piste, die uns nach Westen auf den Highway 83 zurückbringt.
Auf der Suche nach einem Platz zum Übernachten (alle Nationalpark-Campingplätze sind gesperrt, weil ungewünschte Ziegen aus Helikoptern geschossen werden) entwickelt der Riemen, der unseren Klimaanlagen-Motor antreibt, ein unangenehmes Quietschen.
Als wir also am nächsten Tag am Highway ankommen (der an dieser Stelle frisch asphaltiert war), fahren wir zu „Schadenfreude Outback Motors“ (das ist kein Witz) und lassen unseren zu weiten Riemen tauschen.

Platt

Bald verlassen wir den Asphalt wieder, als wir wieder in nördlicher Richtung nach Marree fahren, wo der Oodnadatta Track beginnt. Die Piste ist hier schon etwas schlechter, trotzdem kann man noch immer größtenteils mit guten 75-80 km/h fahren.
Marree ist ein ziemlich verpenntes Dorf am südlichen Ende von Lake Eyre, einem der größten Salzseen Australiens. Es ist platt, platter als platt. Das hier ist wohl der platteste Ort, den wir in ganz Australien gesehen haben.

Mit einem weiteren ausgedehnten Mittagessen (weißes Toastbrot mit Käse und Marmelade) im Magen fahren wir 100 Kilometer nördlich zum Lake Eyre, vorbei an dem großen Schild an Marrees Ortsausgang „Abgelegene Regionen voraus! Führen sie genug Wasser, Essen, Ersatzreifen und ein Funkgerät mit sich“. Am Lake Eyre werden wir von einer Horde Fliegen überfallen, die dieses unglaubliche Nichts bevölkern. Vom Lake Eyre Fotos zu machen, ist im Prinzip sinnlos, man kann dieses große Nichts, diese Plattheit nicht auf ein Foto bringen. 180 Grad nichts, nur weißer, salziger Boden bis zum Horizont. Oh, und natürlich Fliegen. Aber nur da, wo ich stehe. In meinem Gesicht, spezifisch in meinem Ohr, an meiner Nase und meinen Augen.

FLIEGEEEEN!

FLIEGEEEEN!

Nachdem wir zurück zum Campingplatz (Gras, Bäume, ein Klo, Wassertank) gefahren sind, macht sich die Anschaffung unseres Fliegennetzes bezahlt, denn sonst wären wir mit ziemlicher Sicherheit ausgerastet ob der unfassbar penetranten Fliegen. Und nein, man kann sie nicht Klatschen und auch mit der Hand wedeln bringt nichts. 30-40 Fliegen pro Mensch, immer und überall. Und diese Fliegen sind nicht wie europäische Fliegen, die nur auf Essen aus sind. Australische Fliegen wollen Menschen, nichts anderes. NICHTS. ANDERES. „GANZ ÜBLES SCHIMPFWORT HIER“.
Damit wir uns ein bisschen an den Fliegen rächen können, braten wir uns dann ein schönes, großes, Steak. Und hunderte Fliegen sitzen auf dem Fliegennetz und können das leckere, saftige Steak riechen, aber kommen nicht ran. HA! Mistviecher.

Oodnadatta Track

Mit fünfhundert Fliegen auf uns packen wir das Zelt nach einer wunderschönen, fliegenfreien Nacht zusammen, flüchten ins Auto, stellen die Klimaanlage an und „saugen“ die letzten paar Fliegen in der Fahrt zum Fenster heraus. Genug von Fliegen.
Die Piste zurück nach Marree ist „great fun“, weil sie teilweise aus sehr feinem, weichen Sand besteht und man erstens eine unglaublich große Staubwolke produziert und zweitens bei etwa 70 km/h in den Kurven driften kann.

IMG_9840In Marree biegen wir dann auf den Oodnadatta Track ab, der uns nach Coober Pedy bringt.
Auf der Strecke gibt es einige kaputte Autos (alles Kombis…) zu besichtigen, die entweder abgebrannt sind, auf ihrem Dach liegen, oder keine Reifen mehr haben. Oder alles zusammen.
Außerdem kommen wir an einem Skulpturenpark vorbei, in dem alter Schrott zu sehr witzigen und kreativen Skulpturen verarbeitet wurde.
Ansonsten gibt es nicht viel zu sehen, aber immerhin sind nach der Hälfte der Strecke wieder einige Erhebungen in der Landschaft zu erkennen.

Staubschlacht auf dem Oodnadatta Track

Staubschlacht auf dem Oodnadatta Track

Kurz vor William Creek, dem Dörfchen am Abzweig nach Coober Pedy, wird die Strecke auf einmal ziemlich steinig und schlecht, sodass maximal 30-50 km/h möglich sind. Aber mit der gebotenen Vorsicht kommen wir mit Luft in allen vier Reifen in William Creek an, wo Patrick für fabelhaft günstige $2 pro Liter ein paar Literchen nachtankt.
Obwohl wir bereits 6 Stunden fahren, entscheiden wir, heute noch nach Coober Pedy zu fahren, das 200 Kilometer nordwestlich von uns liegt. Es ist einfach zu heiß, um zu campen. Die Piste nach Coober Pedy wurde frisch planiert, ist also in sehr gutem Zustand und damit teilweise sogar besser als so manche asphaltierte Straße in Australien.

Coober Pedy und der Dicke

Nach weiteren zweieinhalb Stunden Fahrt kommen wir in Coober Pedy an und übernachten zum ersten Mal seit fünf Tagen wieder auf einem Campingplatz.
Am nächsten Tag sind wir auf der Suche nach einer Mine, die wir besichtigen könnten, als ein massiver, schwarzer Ford F350 Pickup-Truck (Kennzeichen „COOBER“) an uns vorbeigleitet, anhält, zurücksetzt und ein unglaublich dicker Typ sich aus dem Fenster lehnt und uns fragt, ob wir etwas suchen. Wir sagen ihm, was wir suchen, und er meint, er könnte uns hochfahren (die Mine liegt auf einem Berg).
Wir steigen ein und sind erstmal überrascht, wie unfassbar groß der Innenraum ist. Patrick ist nicht unbedingt schmal gebaut (breites Kreuz, Schuhgröße 49) und trotzdem passen Marla, er und ich problemlos auf die Rückbank ohne uns überhaupt zu berühren. Gut, bei den Außenmaßen des Autos ist das eigentlich auch keine Überraschung, der Ford F350 „Super Duty“ ist gut sieben Meter lang und 2,40 Meter breit. [Für die Autoexperten unter uns: der Motor ist ein 6,7 Liter Big-Block V8-Turbodiesel mit 400PS und sagenhaften 1.000 Newtonmetern Drehmoment.]
Gigantisch waren auch die Außenmaße des Fahrers, dessen Nacken breiter war als sein Kopf. Vermutlich hätte er einfach in kein anderes Auto gepasst. Der freundliche Mehlsack hinterm Steuer ließ uns dann wissen, dass ihm der (einzige) Supermarkt in Coober Pedy gehört, was ihn wohl zu so etwas wie dem V.I.P. der Stadt macht. Und reich.

Neuester Schrei in Australien..

Neuester Schrei in Australien..

Die Mine war dann auch sehr interessant, allerdings etwas rückenunfreundlich, da die Gänge maximal anderthalb Meter hoch waren. Teilweise waren Spuren von rohen Opalen zu sehen, die den Arbeitern viel Geld einbringen konnten.

Als wir aus der Mine raus sind, ist unser Freund mit seinem amerikanischen Ungetüm leider nicht zu sehen und so müssen wir zu Fuß zurück zu den Autos, was bei 40 Grad Celsius im Schatten keine Freude ist.
Patrick will noch etwas länger in Coober Pedy bleiben, also fahren Marla und ich schon mal vor nach Marla (ein Dorf am Stuart Highway), bis dorthin sind es knappe 230 Kilometer auf glattem Asphalt. Vorher tanken wir unsere Möhre noch einmal komplett voll, da Coober Pedy der einzige Ort außer Alice Springs ist, der Spritpreise von unter $1,50 pro Liter hat.

IMG_9902Marlas Dorf

In Marla (dem Dorf) machen wir natürlich Fotos mit Marla (der Person) vor dem Ortsschild. Und wir übernachten sogar in Marla (dem Dorf…).
In der Nacht regnet es und auch am nächsten Morgen sind die sehr dunklen Wolken noch nicht verschwunden. Wir einigen uns also mit Patrick, dass wir doch nicht die Route durch die Wüste fahren, da die Pisten dort aus teilweise sehr weichem Sand bestehen, der bei Regen zu einem sehr großen Matschloch wird und unpassierbar ist.
Wir rechnen schnell durch, dass wir genug Diesel haben, um zum Uluru und von dort nach Alice Springs zu kommen. Zumindest Marla und ich, Patricks Tank ist leider kleiner als unserer.
Wenige Minuten später finden wir uns auf dem stinklangweiligen Stuart Highway wieder, dem wir einige hundert Kilometer nach Norden folgen, um dann nach Westen auf den Lasseter Highway zum Uluru (Ayers Rock) abzubiegen.
Die genau 489 Kilometer von Marla zum Uluru sind inte…chhrrrrr.

Der große Stein in der Wüste

Und dann ist es so weit, etwa 30 Kilometer vor Uluru sehen wir den großen Klumpen das erste Mal. Sieht schon mächtig aus, das Ding.
Wir fahren erstmal in das nahe gelegene „Dorf“, das sich als Touristen-Resort entpuppt, um uns über Wanderungen und weiteres zu informieren. Die Information ist dem Anschein nach eher fürs Buchen von Touren gedacht (warum nur… $$$) als zur Information. Letztendlich finden wir aber trotzdem einen kleinen Flyer, der uns das verrät, was wir wissen wollen.
Da der Wanderweg um den Uluru herum (10km lang) wegen Hitze ab 9 Uhr geschlossen ist, nehmen wir die bequemere Alternative und fahren mit dem Auto herum, was eigentlich das Selbe ist, die Straße läuft parallel zum Wanderweg. Also warum sollte man in der Hitze herumwatscheln?
Aus der Nähe offenbart der Monolith interessante Formen und Kluften, man sieht ganz genau, wo das Regenwasser den Felsen geformt hat.

Kata Tjuta

Kata Tjuta

Nachdem wir Uluru ausgiebig betrachtet haben, fahren wir 40 Kilometer weiter zu den weniger bekannten, aber nicht minder spektakulären Olgas bzw. Kata Tjuta in der Sprache der Ureinwohner.
Leider ist die Wanderung dort ebenfalls geschlossen, worüber wir bei der Hitze aber ganz froh sind. Und bei den Fliegen natürlich auch.
Abends gucken wir uns den Sonnenuntergang am Uluru an, zusammen mit vieeelen anderen Backpackern und Touristen. Während die Sonne untergeht, ändert der große Felsen alle paar Minuten seine Farbe und die Schatten, die von den Furchen geworfen werden, lassen das typische Postkartenbild entstehen.

Wir haben bereits früher entschieden, dass wir nicht auf dem offiziellen Campingplatz (dem einzigen) für FÜNFZIG Dollar pro Nacht (normal sind 25-30 Dollar) übernachten werden und stattdessen weiter nach Westen an Kata Tjuta vorbei auf die unbefestigte Great Central Road nach Western Australia fahren werden, dort etwa fünf Kilometer aus dem Nationalpark hinausfahren und im Busch campen werden. Am Eingang der Straße steht zwar, dass man nicht an der Straße übernachten darf, aber wo sollen die Leute, die die 1500 Kilometer bis zum nächsten Dorf fahren, denn sonst übernachten?
Natürlich soll das Schild Besucher von Kata Tjuta und Uluru davon abbringen, dort zu übernachten, sonst nichts. Aber da wir uns nicht mehr im Nationalpark befinden und man in Australien überall übernachten darf (natürlich nur auf dem Land, nicht in Dörfern/Städten), sind wir legal unterwegs.

Uluru

Uluru

Völlig unbehelligt von irgendwelchen Kontrolleuren stehen wir vor Sonnenaufgang auf, um eben jenen an der Aussichtsplattform von Kata Tjuta anzusehen. Von dort kann man einerseits die von der Seite angestrahlten Kata Tjuta sehen und andererseits die Sonne hinter Uluru aufgehen sehen.
Die Fotos sprechen an dieser Stelle für sich.

Kings Canyon

Nach Sonnenaufgang fahren wir etwa 150 Kilometer zurück auf der Straße, auf der wir kamen, um dann nach Norden abzubiegen und in Richtung Kings Canyon und MacDonnell Ranges zu fahren.
Die Fahrt ist wieder se… chrrrr.
IMG_0086Wir übernachten ein paar Kilometer entfernt vom Kings Canyon Resort an einem Aussichtspunkt, der auch als 24h-Campsite fungiert. Der Ausblick ist grandios, nur die Moskitos sind es nicht. Im Dunkeln kommen noch andere Backpacker in einem Offroader, die aber mit ihrem Gefährt nicht so recht umgehen können und das Kunststück schaffen, ihr Auto auf einer großen Baumwurzel oder etwas ähnlichem festzufahren. Mit einem sehr ungesunden Geräusch schaffen sie es dann aber doch noch, sich zu befreien.

Am nächsten Morgen stehen wir wieder recht früh auf, um den „Rim Walk“ auf dem Kings Canyon zu machen. Der Wanderweg geht zunächst steil bergauf und führt dann auf der Spitze des Canyons entlang. Unterwegs bieten sich uns viele schöne Blicke auf den Canyon und die weitere Umgebung.
Am Ende der Wanderung sind wir ob der Hitze ziemlich fertig und bleiben erstmal eine Weile unter dem überdachten Unterstand am Parkplatz… es gibt kostenloses WLAN.

Nacht mit Kühen

Nach einem ausgedehnten Mittagsmahl (weißes Toastbrot mit Käse und Marmelade) fahren wir auf der „Meerenie Loop“ genannten Piste, für die man 5 Dollar bezahlen muss, weiter zu den MacDonnell Ranges 130 Kilometer westlich von Alice Springs. Die fünf Dollar werden in jedem Fall NICHT in die Instandhaltung der Piste investiert, sie ist GRAUENHAFT.
Stellt euch vor, ihr fahrt über ein Hausdach, das mit den klassischen, gewölbten Dachschindeln belegt ist. Obwohl wir den Reifendruck bis auf ein Minimum verringern, werden die Autos komplett durchgeschüttelt. Mehr als 30 bis 50 km/h sind nicht drin, langsamer oder schneller fahren würde es nur schlimmer oder zu gefährlich machen. Wir hoffen, dass alles heil bleibt. Immerhin sind unsere vorderen Stoßdämpfer neu…

Nach 130 Kilometern Achterbahn kommen wir endlich wieder auf Asphalt an und fahren sofort zum nächsten Flussbett, in dem man campen kann. Nachdem wir uns einen guten Platz ausgesucht haben, stellen wir fest, dass wir im Wohnzimmer einiger Kühe (und Bullen) geparkt haben. Zum Glück scheinen sie nicht besonders an uns interessiert, ist ja auch genug Platz für alle da.

_MG_8150Am nächsten Tag besuchen wir mehrere Wasserlöcher in den MacDonnell Ranges und wundern uns darüber, dass so wenige Touristen da sind. Aber gut für uns, dann haben wir unsere Ruhe.
Nach Alice Springs ist es nun nicht mehr weit, nur etwa 100 Kilometer. Gegen Nachmittag kommen wir nach einigen weiteren Besuchen in Wasserlöchern und Schluchten in Alice Springs an, das ganz und gar nicht so aussieht, wie man es sich vorstellt.
Ihr zuhause mögt von Alice Springs als Stadt in der Wüste denken, die irgendwo im Nichts auf dem platten Land steht. So dachten wir auch. Aber Alice Springs ist von Bergen umgeben und hat sogar einige kleine in sich. Es ist im Prinzip zwischen den westlichen und den östlichen MacDonnell Ranges eingeklemmt.

So, und hier endet unser kleiner Bericht aus dem Outback fürs Erste, der zweite Teil folgt bald.
Darin dann mehr zu unserem kleinen Trip zu Chambers Pillar (wo wir eigentlich vor Alice Springs vorbeifahren wollten, aber wegen des Wetters nicht konnten) und warum Fernsehen beim Autofahren die Straßen sicherer macht! Bis dahin!

Schreibe eine Antwort

Pflichtfelder sind mit * markiert.


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.