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Alice Springs bis Cairns

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Endlich! Hier kommt der zweite Teil von unserem Trip durchs Outback. Wo waren wir stehen geblieben… ach ja, in Alice Springs.
Nach einem teuren Tankstopp und einem weiteren Großeinkauf trennen wir uns von Patrick, der erstmal genug vom Autofahren und Campen hat, und fahren wieder auf dem Stuart Highway in Richtung Süden, um zu Chambers Pillar zu fahren. Dort wollten wir eigentlich auf dem zweiten Teil der Strecke von Adelaide nach Alice Springs vorbeifahren, was dann ja aber aufgrund des Wetters verhindert wurde.

Chambers Pillar

Nach etwa 100 Kilometern biegen wir vom asphaltierten Stuart Highway ab und fahren auf der Hugh River Stock Route nach Osten. Die Strecke ist überraschend gut, obwohl sie teilweise aus sehr weichem Sand besteht, wir können normale Highway-Geschwindigkeiten fahren. Auf 90 Kilometern begegnen einigen Trucks, aber sonst kaum jemandem.
Die zehn Kilometer auf der „Haupt-Piste“ von Alice Springs nach Finke (einem Aborigine-Dorf) in Richtung Süden sind unglaublich schlimm, die Straße ist in unzumutbarem Zustand, obwohl wir nur 30 km/h fahren, werden wir komplett durchgeschüttelt.
Zum Glück ist der Track von der Piste bis zu Chambers Pillar besser, wenn auch nicht besonders interessant. Wir hatten ihn uns wesentlich sandiger vorgestellt, mit Dünen und allem Drum und Dran. Stattdessen ist es eine eher entspannte Fahrt, nur einmal bleibt unsere Sandfahne an einem Baum hängen und demontiert sich vom Auto, aber auch das haben wir schnell wieder gefixt.

Chambers Pillar

Chambers Pillar

Chambers Pillar selber ist dann ein spektakulärer Anblick, ein bestimmt 40 Meter hoher Sandstein, der ein bisschen wie eine Statue auf seinem Sims ruht. Klettert man auf den Sims, kann man Inschriften der Entdecker aus dem 19. Jahrhundert bewundern, die fast schon kunstvoll in den Sandstein geritzt wurden.
Wenn man von der Aussichtsplattform auf die Landschaft guckt, kann man den Farbverlauf im Wüstensand gut beobachten: Richtung Norden ist der Sand sehr gelb und je weiter man in Richtung Süden guckt, desto röter wird er. Man befindet sich an der Grenze zur Simpson Desert (die in Richtung Süden liegt), und dort ist der Sand vollständig dunkelrot.

Langeweile

Wir verbringen eine einsame Nacht bei Chambers Pillar und fahren am nächsten Tag wieder nach Alice Springs. Von Alice Springs aus fahren wir weiter auf dem Stuart Highway nach Norden, zu den „Three Ways“, wo man entweder weiter in Richtung Norden nach Darwin fahren kann, oder nach Osten in Richtung Mount Isa und Cairns in Queensland. Wir biegen nach Osten ab und fahren an diesem Tag 11 Stunden Auto, unterwegs gibt es nichts, aber wirklich gar nichts zu sehen. Abgesehen von den Devils Marbles, aber die gehen auch schnell vorbei.
Also gucken wir Filme auf dem Laptop, um uns wach zu halten. Ja, richtig gelesen, wir bzw. ich habe Filme beim Autofahren geguckt. Und ich sag euch, das sollte verpflichtend eingeführt werden! Man bleibt viel wacher, als wenn man nur stumpf geradeausfährt und Musik hört. Zumindest auf diesen geraden, gähnend leeren Straßen, ist es ein Sicherheits-Feature.

Cairns und die Tropen

Als wir 300 Kilomter vor Cairns vom Highway herunterfahren und einige hundert Kilometer nach Norden fahren, riecht es beim Fahren die ganze Zeit verdächtig nach Gras (nicht das, das im Garten wächst)… vielleicht gibt es dort einige Plantagen, wer weiß.
Nach einigen Stunden Fahrt und einigen Übernachtungen auf kostenlosen Campsites, erblicken wir zum ersten Mal nach 5530 Kilometern wieder den Ozean!
Cairns selber ist wenig interessant, aber die Strände und die Berge im Hinterland sind wirklich schön, allerdings kann man nicht im Meer schwimmen, denn: Quallen, Salzwasserkrokodile, Haie. Viel Spaß dem, der trotzdem schwimmt.
Wir bleiben zwei Tage auf einem Campingplatz außerhalb Cairns‘ und schwitzen uns zu Tode, denn die Luftfeuchtigkeit liegt bei tropischen 75 Prozent, Tag und Nacht.

Wir beschließen, durch den Daintree Nationalpark noch weiter nach Norden zu fahren, um ein bisschen echten Regenwald gesehen zu haben. Der Track wird zwar als Offroad-Track beschrieben, aber bis auf ein paar Flussdurchquerungen ist die Strecke vom fahrtechnischen her nicht interessant.
Dafür ist der Regenwald sehr beeindruckend und die Strände, an denen man vorbeikommt auch. In Port Douglas machen wir Mittagspause und genießen die Blicke auf die Berge und das Meer.
Danach machen wir uns wieder auf den Weg nach Süden, um aus der Schwitz-Zone herauszukommen.

Erster Stopp ist dann Mission Beach, von wo Marla dann bald berichten wird!

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