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Mission Beach bis Sunshine Coast – Der Countdown läuft!

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Mission Beach: dort, wo der Regenwald die Küste trifft, hatte ich etwas ganz besonderes vor:

Skydiving!

Für diejenigen, die nicht wissen was das ist, kurz ausgeführt:
Man spring aus einem kleinen, aber intakten Flugzeug aus 4500m Höhe, erlebt dann bis zu 60 Sekunden freien Fall bis die Reißleine des Fallschirms gezogen wird. Danach kann man noch ca. zehn Minuten den wundervollen Ausblick genießen und landet dann auf dem Strand.

Manche von euch zeigen mir jetzt wahrscheinlich einen Vogel, wenn ich sage, dass jeder, selbst wenn er vorher Angst hatte, es sofort wieder machen würde, aber es ist wirklich so!
Allein für den Ausblick hat sich die ganze Sache schon gelohnt, denn Mission Beach hat Traumstrände, türkis-blaues Wasser, durch das man das Great Barrier Reef aus der Luft sehen kann und mehrere kleine Inselgruppen vor der Küste!
Und dann natürlich für den Adrenalinrausch und das Gefühl des freien Falls. Es war unglaublich!!
Ich habe mich während meines Sprungs filmen lassen, doch leider funktioniert die DVD nicht auf meinem Laptop, so dass ihr leider keine Bilder davon bekommt…

Ab in den Süden

Von Mission Beach aus machten wir uns dann langsam auf den Weg die Küste runter. Insgesamt 7 Nächte verbrachten wir auf kostenlosen Campsites direkt am Strand. Wir hatten dort zwar weder eine Dusche noch ein Klo, jedoch jeden Abend ein wunderschönes Lagerfeuer und das konstante Meeresrauschen als Schlaflied.
Außerdem lernten wir sehr nette Australier kennen, die uns zum Grillen einluden inklusive im Feuer gegarter Kartoffeln und Bier.

Währenddessen planten wir unseren zweiten Besuch auf Fraser Island und lernten dabei Jasmin und Clara aus Augsburg kennen, die uns dieses Mal begleiteten.
Nach dem wir die beiden am ersten Tag von ihrem Hostel abgeholt hatten und einkaufen waren, ging es endlich wieder los. Die Stimmung war gut, wir verstanden uns auf Anhieb und erzählten uns gegenseitig von den Abenteuern, die wir bis jetzt erlebt hatten. Die Mädchen sind die letzten Monate in Asien unterwegs gewesen und hatten einiges zu erzählen über diese doch sehr unterschiedlichen Länder. Zu dem Zeitpunkt ahnten wir noch nicht, dass wir auch zusammen noch einiges erleben würden!

Fraser, die zweite

Der erste Tag war sehr schön mit einer sehr langen Strandfahrt, der Besichtigung der Champagne-Pools und dem Erreichen unser Campsite am verlassenen Weststrand der Insel.
Als wir dort ankamen standen noch einige Angler am Strand, doch die verschwanden alle kurz vor dem Sonnenuntergang. Wenige Minuten später wussten wir, warum wir die einzigen Camper an diesem doch sehr idyllischen Strand waren.
Von der einen Sekunde auf die andere suchten uns scharenweise Mücken heim, selbst lange Klamotten und aggressives Mückenspray halfen nicht. Zum Essen mussten wir ins Auto flüchten, trotzdem hatte Malte nach diesem Abend 103 Mückenstiche und auch ich hatte, obwohl ich normalerweise verschont werde, ca 50 Stiche, davon neun im Gesicht.

Am nächsten Morgen frühstückten wir in aller Ruhe an diesem wunderschönen Ort, packten alles zusammen und begaben uns wieder auf die östliche und mückenfreie Seite der Insel. Von dort aus machten wir uns auf den Weg zur nördlichsten Spitze der Insel, Sandy Cape. Letztes Mal waren wir überwiegend im überfüllten Süden der Insel unterwegs gewesen und haben mehrere Mal bereut, nicht nach ganz oben zu fahren. Es war also Zeit das zu ändern.

Um zur nördlichsten Spitze zu gelangen, muss einen Beipass nehmen, da ein Strandabschnitt nicht befahrbar ist. In diesem Beipass bleiben die meisten Leute mindestens einmal stecken und so wurden auch wir nicht verschont.
Nach langer Zeit mussten wir also mal wieder die Sandbretter und die Schaufel rausholen um uns aus dem Sand zu buddeln. Auch nach mehreren Versuchen war immer noch kein Erfolg in Sicht, nach jedem Freibuddeln kamen wir höchstens 50 Zentimeter weiter, fester Sand nirgendwo in Sicht.
Irgendwann kamen hinter uns ein paar Autos in Sicht, die schnell noch auf einer festen Stelle parken konnten. Die Besitzer kamen zu uns und meinten wir sollten noch mehr Luft aus den Reifen lassen um mehr Traktion zu bekommen und so ließen wir sie auf ein Rekordtief von nur 12 psi (~0,8 bar) runter (normal auf der Straße sind 35-45 psi bzw. 2,4-3,1 bar). Aber es klappte und beim nächsten Anlauf konnten wir uns befreien.

Wieder am Strand konnten wir aufgrund des niedrigen Reifendrucks zwar nur noch höchstens 50 km/h fahren, sodass die Fahrt an die Spitze etwas länger dauerte, aber es hat sich definitv gelohnt. Es ist einfach nur traumhaft schön dort, wirklich unbeschreiblich. Wir lassen an dieser Stelle mal die Bilder sprechen.

Auf dem Rückweg blieben wir dann zum Glück nicht stecken und kamen ohne weitere Vorfälle an unserem nächsten Campsite an. Und dann kam das Unwetter an…

Zunächst nur mit sehr viel Wind, dann zog der Himmel zu und es fing an aus Eimern zu schütten. Also aßen wir wieder im Auto und krabbelten später in unser, schon vor dem schlafengehen, durchnässtes Zelt. Wir hatten eine eher unruhige (da es auch noch anfing zu gewittern) und definitiv sehr feuchte Nacht.

Am nächsten Morgen war weit und breit keine Besserung zu sehen und Malte und ich waren schon vor dem Frühstück bis auf die Knochen nass, weil wir das Zelt zusammen falten mussten. Die Mädchen hatten ihr Zelt gar nicht erst aufgebaut und die Nacht auf der Rückbank des Autos verbracht. Frühstück gab’s natürlich auch im Auto und die Stimmung war eher griesgrämig, da wir schon den Abbruch der Reise planten.
Nach dem Frühstück hörte wenigstens der Regen auf und wir fuhren zum nächsten offiziellen Campingplatz um eine Dusche zu nehmen. Es klarte auf, alle waren wieder besserer Laune, sodass wir beschlossen doch noch nicht aufzugeben.

Am Nachmittag fing es wieder an zu regnen, jedoch war es schon zu spät um die Fähre zurück zu nehmen. Wir suchten uns wieder ein Campsite und wappneten uns für eine weitere stürmisch-nasse Nacht. Doch zunächst kam der Dingo.
Gekocht hatten wir an dem Abend hinter dem Auto, das als Wind- und Regenblocker diente und als das Essen fertig war, haben wir uns einfach nur noch schnell mit unseren Tellern ins Auto verzogen. Es wurde dunkel und wir saßen einige Zeit beim Essen, bis wir plötzlich das Geräusch von herunterfallenden Geschirr hörten. Wir dachten es wäre der Wind, doch dann hörten wir wie etwas auf den Tisch sprang und unsere Mülltüte zerfetzt wurde.

Da überall auf der Insel vor der Gefährlichkeit der wilden Hunden gewarnt wird und eine von den Mädchen auch schon vor normalen Hunden Angst hat, waren wir natürlich recht angespannt, als wir alle zusammen, bewaffnet mit einer Schaufel nach draußen traten. Der Dingo, der sich wenige Meter entfernt in ein Gebüsch gekauert hatte, hatte unseren Müll im Umkreis von 3 Metern verteilt. Während ich die Autoscheinwerfer anmachte, Jasmin die funkelnden Augen im Gebüsch beobachtete und Clara einfach nur versuchte nicht beim bloßen Anblick des Tiers loszuschreien, sammelte Malte den Müll ein. Nachdem wir so viel Licht und Lärm (mit der Hupe) gemacht hatten, verzog sich der Dingo freiwillig.
Nach einer weiteren verregneten Nacht war zeigte sich am nächsten Morgen endlich die Sonne und wir konnten noch einen Blick auf den berühmten Lake McKenzie werfen und traten dann den Rückweg an.
Doch wie beim letzten Mal haben wir uns zu früh gefreut, dass nichts mehr passiert.

Obwohl Ebbe war, wurde das Wasser durch den Wind sehr weit auf den Strand gedrückt, außerdem wurde die obere Sandschicht konstant verweht, so dass man Unebenheiten oder Priele erst in der letzten Sekunde sehen und deren Tiefe einschätzen konnte. Wir fuhren mit ca. 50 km/h, als ein trockener Priel kam, den wir nicht sehen konnten. Mit voller Wucht knallte die Vorderachse in die Rinne, das Auto flog ein wenig in die Luft, als die Hinterachse nach kam. Wir landeten, knallten sofort in die nächste Rinne, flogen diesmal höher durch die Luft. Danach landeten wir mit einem Knall und kamen dann schlingernd zum Stehen. Der Motor war während der Flugphasen ausgegangen, sprang zum Glück aber sofort wieder an. Obwohl ich sehr große Angst hatte, dass irgendwelche wichtigen Teile kaputt gegangen sein könnten, musste ich nach der Landung lachen. Es war einfach so unfassbar was gerade geschehen war, dass ich es einfach nicht glauben konnte.
Augenscheinlich ist trotz der harten Landung nichts an der Aufhängung kaputt gegangen und auch der Motor schnurrt immer noch wie ein Kätzchen. Das nennt man wohl Glück im Unglück. [Malte meint: die Möhre ist einfach unzerstörbar…Toyota halt.]

Nach dieser letzten Aufregung kamen wir sicher an der Fähre an und setzen aufs Festland über.

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